Hermann-Josef Kuhna

"...Von den zahlreichen Einflüssen, die diese einzigartige Formensprache gebildet haben, sollten zwei besonders betont werden: Hermann-Josef Kuhnas leidenschaftliches Interesse für die Paläontologie und die Entdeckung des Werks von Vincent van Gogh. Die Faszination für Fossilien begleitet ihn seit seinem achten Lebensjahr und hält ihn heute noch so gefangen wie damals. Freimütig gesteht er ein, dass er einem Ruf als Gastprofessor umso lieber nachkommen würde, wenn die entsprechende Region ihm auch als Fossiliensammler interessante Ausbeute verspräche. Dem Suchen und Sammeln folgt ein systematischer Prozess des Kategorisierens, der Bezeichnung und Registrierung, der den scheinbar zufälligen Funden eine Ordnung verleiht. Die Sedimentsschichten, die er als Fossiliensammler erforscht, zeigen offenkundige Parallelen zu den Bildern, wie auch zu dem Prozess des Malens selbst. Gelegentlich spielen Titel wie “steinbruch” (2008) direkt auf diese Leidenschaft an. Kuhnas professioneller Ehrgeiz auf dem Gebiet der Paläontologie erfuhr eine wichtige Bestätigung als seine private, über einen Zeitraum von Jahrzehnten zusammengetragene Sammlung, in die Geologische Abteilung des Museums für Naturgeschichte in Münster aufgenommen wurde und er die Erlaubnis erhielt, seinem Hobby sogar in Gegenden nachzugehen, die Amateuren normalerweise verschlossen bleiben. Es kann uns daher nicht verwundern, dass die leeren Schubladen und Fächer der Sammelschränke in seinem Düsseldorer Atelier sich schnell wieder mit neuen Funden füllen – zuletzt auch solchen, die er bei einem Aufenthalt in der Provence gemacht hat. ..."

Aus: "Jenseits der Abstraktion" von David Galloway